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Die Legende der Überseeschiffe

Über einen Zeitraum von 58 Jahren wurde die Legende der polnischen Überseeschiffe geschrieben. Die ersten Überseeschiffe setzten die weiß-rote Flagge im Jahr 1930. Die letzte Überfahrt der Geschichte fand im Jahr 1988 statt. Der Heimathafen aller dieser Schiffe war Gdynia.
Passagierschiffe stellen die Aristokratie der Ozeane dar: technisch auf höchstem Niveau, oft beschrieben und fotografiert, nehmen sie eine herausragende Stellung in der Geschichte der Schifffahrt ein. Die Flotte der polnischen Überseeschiffe entstand anfänglich vor allem für die Bedienung der polnischen Emigrationsbewegung auf der traditionellen nordatlantischen Linie. Sie war auch das Verkehrsmittel der polnischen Emigranten in Amerika, eine Art von Brücke, die sie mit der Heimat verband. Eine ähnliche Funktion haben die polnischen Überseeschiffe auch nach dem Zweiten Weltkrieg erfüllt. Neben der Linienschifffahrt wurden sie auch zu Kreuzfahrten genutzt.

  • Die drei Pioniere – Dampfschiffe mit Namen, die jedem Polen von beiden Seiten des Atlantiks ein Begriff sind: „Polonia”, „Kościuszko” und „Pułaski” waren typische Linienschiffe, die auf die Bedienung der Emigrationsbewegung eingestellt waren.
  • Die berühmtesten Zwillinge – „Piłsudski” und „Batory” waren absolut moderne Schiffe, die in Italien gemäß polnischer Grundsätze gebaut wurden. Sie schufen vor allen Anderen die Legende der polnischen Überseeschiffe.
  • Das königliche Paar – „Sobieski” und „Chrobry” waren Motorschiffe für die traditionelle südamerikanische Strecke der Emigration polnischer Bauer.
  • Die Nachkriegsepisode – das Schiff „Jagiełło” wurde im Rahmen von Kriegsreparationen erworben und fuhr in den Jahren 1947-1949 von den Häfen des Mittelmeeres nach Südamerika.
  • Der letzte König – „Stefan Batory” war unter polnischen Emigranten ebenso beliebt wie bei Touristen. Nach 20 Jahren auf der Strecke Gdynia-Montreal und Kreuzfahrten mit Passagieren und wurde das Schiff im Jahr 1988 aus dem Dienst entlassen.

Aus der Flotte der sieben Überseeschiffe blieben nach dem Krieg nur zwei in Nutzung. „Piłsudski”, das erste moderne Motorschiff, an dessen Einrichtung hervorragende polnische Künstler beteiligt waren, ist dem Krieg zum Opfer gefallen. „Chrobry”, das Schiff, das direkt nach der Jungfernfahrt in den Krieg zog, wurde 1940 bombardiert und ist in einem norwegischen Fjord verbrannt. Die drei ersten Dampfschiffe „Polonia”, ”Pułaski” und „Kościuszko” sind nicht mehr in den Dienst unter polnischer Flagge zurückgekehrt.

”Batory” hat den Krieg überstanden. Das Schiff transportierte Soldaten über den Ozean, evakuierte das Gold der Bank of England und die Schätze der polnischen Kultur nach Kanada, auf seinem Deck sind britische Kinder nach Australien gereist und mit diesem Schiff sind die polnischen Veteranen des Großen Krieges in die Heimat zurückgekehrt. Nach dem Krieg hat es fast ein Vierteljahrhundert lang den Atlantik in beide Richtungen überquert und stellte damals eine Enklave des Luxus in der schlichten Volksrepublik Polen dar. „Sobieski” ist nach den Jahren des Kriegsdienstes ebenfalls heimgekehrt. 1950 wurde das Schiff der Sowjetunion verkauft und 25 Jahre später hat es den Dienst als „Gruzja” abgeschlossen.

Die Besatzungen der polnischen Überseeschiffe waren die Elite der Marine. Die besten, heute schon legendären Kapitäne. Lieblinge der Presse, dargestellt als wahre Stars ihrer Zeiten. Die opulente Gestaltung der Seereisen, die Uniformen, eindrucksvolle Zeremonien auf hoher See. Die Legende der polnischen Überseeschiffe gehört bis heute zu einem der farbenfrohesten Kapitel in der Geschichte der polnischen Schifffahrt.

Weitere Informationen über die Meereslegende von Gdynia: www.legendamorska.pl




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